B2B-Online-Marketing-Strategie: In 10 Schritten vom Interessenten zum Kunden

Traffic aufbauen, Leads generieren, Kunden gewinnen – so einfach wie herausfordernd. Erfahren Sie im Gastbeitrag von Robin Heintze, Geschäftsführer bei morefire GmbH, wie Sie mit Online Marketing und Marketing Automation zum wirkungsvollen Sales-Enabler werden. Lesen Sie, wie Sie Schritt für Schritt entlang der Customer Journey Traffic aufbauen, Leads gewinnen, für den Vertrieb qualifizieren und zu Kunden machen.

In 10 Schritten zu mehr Neukunden im B2B

1. Marketing und Vertrieb an einen Tisch bringen
2. Gemeinsame Planung
3. Erfolgskontrolle und Kennzahlen abstimmen
4. Customer Journey analysieren
5. Schnittstellen und Verantwortlichkeiten klären

6. Personas im Buying Center definieren
7. Content entlang der Customer Journey
8. Content Outreach und Lead Generierung
9. Marketing Automation und Lead Nurturing
10. Lead Scoring und Übergabe an den Vertrieb

Über die Hälfte unserer Leads kamen bisher über Messen. Wir haben durch Corona ein echtes Problem im Vertrieb.”

Marketing und Vertrieb reden bei uns nicht wirklich miteinander. Viel übereinander. Aber das nicht gerade sehr gut.”

“Der Kaufentscheidungsprozess bei meinen Kunden ist extrem komplex. Das können wir online doch gar nicht abbilden.” 

“Wir können und müssen online deutlich mehr machen. Ich weiß gar nicht, wo ich starten soll."

Aussagen wie diese sind in den letzten Monaten häufig aus den Marketingabteilungen von B2B Unternehmen zu hören. Falls es Ihnen auch so geht und Sie nach praktischen Impulsen suchen, wie Sie online mehr Leads generieren, diese so gezielt mit Inhalten “anfüttern”, dass sie Ihr Unternehmen spannend finden und sie diese dann zum richtigen Zeitpunkt an den Vertrieb übergeben, der diese dann nur noch auf dem Weg zum Kauf begleiten muss, dann sind Sie hier genau richtig.

Online Marketing im B2B - Komplexer Kaufentscheidungsprozesse in der Praxis

Ein echtes Beispiel aus einem Projekt, das wir betreuen. Wir konnten den Ablauf durch das Tracking an einigen Touchpoints nachvollziehen und mit den später gewonnenen Daten zusammenführen.

  • 15.07.: Suche des Geschäftsführers nach Informationen zu einem Thema. Er landet auf einem Blogartikel dazu und meldet sich am Ende des Artikels für den Newsletter an.
  • 16.07.: Eine Mitarbeiterin der Fachabteilung sucht bei Google nach dem Namen des Unternehmens, geht auf die Webseite und meldet sich ebenfalls für den Newsletter an.
  • Beide erhalten in der Folge weitere Content E-Mails mit Praxis-Tipps sowie Einladungen zu Webinaren (20.07., 27.07., 07.08. )
  • 12.08.: Der Leiter eines anderen Fachbereichs des Unternehmens meldet sich zum Webinar an.
  • 20.08.: Er schaut sich mehrere Unterseiten des Unternehmens an. Sowohl Blogartikel mit redaktionellem Content, als auch über das Unternehmen und die angebotenen Services.
  • 25.08.: Er nimmt am Webinar teil und fügt den Sprecher des Webinars anschließend auf LinkedIn als Kontakt hinzu.
  • September bis November: Die beiden ersten Kontakte erhalten regelmäßig den Newsletter, lesen und öffnen ca. 50% der Nachrichten.
  • 13.11.: Ein Newsletter mit spannenden Neuigkeiten zu einem Themengebiet (keine Produktneuigkeiten oder Verkauf) wird versandt und vom Geschäftsführer auch geöffnet und gelesen.
  • 16.11.: Der Bereichsleiter, der am Webinar teilgenommen hat, geht auf die Seite und schaut sich mehrere Unterseiten an.
  • 18.11.: Er schreibt den Sprecher des Webinars über LinkedIn mit einer konkreten Anfrage an. Dieser gibt ihm den direkten Kontakt zum passenden Ansprechpartner im Vertrieb, mit dem er einen Termin vereinbart.

Beispiele wie dieses sehen wir oft:

  • Es dauert mehrere Monate vom ersten Kontaktpunkt bis zum konkreten Gespräch.
  • Mehrere Personen aus verschiedenen Bereichen und Hierarchien sind involviert.
  • Verschiedene Kanäle, online und oft auch offline, werden genutzt. Die Zuordnung ist meist nicht so einfach möglich wie in diesem Beispiel.
  • Ein regelmäßiger Kontakt und der Einsatz von hochwertigen Inhalten mit Mehrwert auf dieser Strecke sind wichtig.

Der Wandel hin zu digitalem Marketing hat viele B2B Branchen schon länger beschäftigt. Durch den Ausfall von Messen, die schlechtere Erreichbarkeit von Entscheidern über Offline-Veranstaltungen oder auch telefonisch, hat hier den Druck erhöht.

Das Praxisbeispiel veranschaulicht sehr gut, was diese Grafik von Gartner in der Theorie zeigt: Die Kaufentscheidung im B2B ist komplex. Unternehmen schöpfen nur dann ihr Potenzial aus, wenn Marketing und Vertrieb Hand in Hand arbeiten.

b2b-online-marketing-buyer-journey-gartner

Quelle: https://www.gartner.com/en/sales/insights/b2b-buying-journey

B2B (Online) Marketing und Vertrieb – gemeinsam erfolgreicher

Aus der Erfahrung mit vielen Projekten mit B2B Kunden haben sich die folgenden Maßnahmen als effektiv und nachhaltig erwiesen. So sorgen Sie dafür, dass Sie deutlich mehr Ihres Potenzials in den Bereichen Marketing und Vertrieb ausschöpfen.


1. Marketing und Vertrieb an einen Tisch bringen

So simpel es vielleicht klingt, so ist der entscheidende erste Schritt, dass Marketing und Vertrieb anfangen, sich auszutauschen. Mehr miteinander statt übereinander reden ist der Start. Die Realität sieht anders aus.

Erkenntnisse einer Studie des Sales Management Departments der Ruhr Universität Bochum:

Führungskräfte im Vertrieb sagen folgendes über ihre Marketing Kollegen:

Die Marketingverantwortlichen kontern und sagen über den Vertrieb:

Quelle: https://get.more-fire.com/hubfs/Handouts/B2B%20Growth/Studie_Ruhr-Uni_Bochum_Kundenzentrierte_B2B_ Marktbearbeitung_Detailergebnisse.pdf

Wie kann das Eis gebrochen werden? Starten Sie mit einfachen Schritten:

  • Gemeinsame Arbeitsgruppen, die zusammen Projekte vorantreiben
  • Marketing-Sales-Lunch-Termin
  • Buddy-Konzept: Ein Sales-Mitarbeiter erhält einen Kollegen aus dem Marketing an seine Seite, um gemeinsam Leads und Kampagnen zu besprechen, um die Perspektiven der anderen Seite zu verstehen.
  • Büros so legen, dass die Wege kurz sind und auch ein kurzer Austausch an der Kaffeemaschine möglich ist.

Klingt zu einfach? Sie glauben nicht, was aus solchen kleinen Änderungen alles entstehen kann. Hier wird die Basis geschaffen für Verständnis und Vertrauen.


2. Gemeinsame Planung

Die nächste Stufe ist anspruchsvoller, denn hier wird in Entscheidungsbefugnisse und Territorien eingegriffen.

Doch wenn Sie erreichen wollen, dass Marketing und Vertrieb an einem Strang ziehen, dann müssen Sie ihnen auch den gleichen Strang in die Hand drücken. Die gemeinsame Definition der Ziele und die Abstimmung der Maßnahmen ist dafür die Basis.

Auf taktischer Ebene können dies Fragestellung sein wie:

  • Welche Aktivitäten zur Gewinnung von Leads werden gemacht?
  • Werden größere Veranstaltungen wie Messen oder eigene Events geplant?
  • Gibt es thematische Schwerpunkte in der Kommunikation, die gesetzt werden sollen?
  • Wie sieht das Marketing Budget aus und wo sollte dieses eingesetzt werden?

Bevor solche Fragen jedoch angegangen werden, ist die gemeinsame strategische und strukturelle Planung gefragt. Dazu können gehören:

  • Prozesse: Wie laufen Abstimmungen und Übergaben ab?
  • Schnittstellen: Wie sind die Prozesse bei der Übergabe von Verantwortlichkeiten?
  • Entscheidungskompetenz: Wer darf was entscheiden?
  • Budgets: Gibt es ein gemeinsames Budget, oder hat jeder Bereich sein eigenes?
  • Personelle Ressourcen: Wo werden welche Kompetenzen aufgebaut?

In einigen B2B Unternehmen sehen wir ein schrittweises Zusammenwachsen der Bereiche. Aus Marketing und Vertrieb wird der Bereich „go to market“ oder ähnliche Konstrukte. Ob dies für Ihr Unternehmen der richtige Weg wäre, ist eine sehr individuelle Frage.

Entscheidend ist, dass eine gemeinsame Planung stattfindet, wie die richtigen neuen Kunden gewonnen werden.


3. Erfolgskontrolle und Kennzahlen abstimmen

Zur gemeinsamen Planung gehört auch die gemeinsame Erfolgskontrolle. Dafür ist es Voraussetzung, dass definiert wird, an welchen Zahlen der Erfolg gemessen wird.

Häufig arbeiten Marketing und Vertrieb mit eigenen Kennzahlen und KPIs.

Marketing

  • Traffic
  • Leads
  • Follower
  • Fans
  • Downloads
  • Newsletter
  • Anfragen
  • Conversions

Sales

  • Termine
  • Gespräche
  • Deal Pipeline
  • Opportunities
  • Sales
  • Umsatz
  • Cross-Sells
  • Up-Sells

Ist das Ziel aber, dass die Bereiche ihre Aktivitäten optimal aufeinander abstimmen und zusammen möglichst viel Marktpotenzial erschließen, ist dies nicht zielführend.

Jede dieser Zahlen hat ihre Daseinsberechtigung. Jedoch eigenen sie sich nicht zur gemeinsamen Steuerung. Dazu ist es wichtig, im Rahmen der gemeinsamen Planung den Kaufentscheidungsprozess zu betrachten. Dabei liegt das Augenmerk auf den Lifecycle Stages, also den einzelnen Phasen, die ein Kontakt durchläuft auf dem Weg, Kunde zu werden.

Für den Vertrieb ist nicht spannend, wie viele Webseitenbesucher das Unternehmen hat. Auch die Anzahl der Leads ist nicht hilfreich, denn diese sind zu dem Zeitpunkt noch nicht vertriebsrelevant. Wie viele Marketing Qualified Leads (MQL) werden aus den Marketing Kampagnen generiert und wie viele davon werden zu Sales Qualified Leads (SQL) sind dagegen deutlich konkreter. Je nachdem, wie diese Stufen im Entscheidungsprozess definiert sind, kann die Anzahl dieser Lead-Formen die Basis für gemeinsam Ziele darstellen.


4. Customer Journey analysieren

Wie im Beispiel Eingangs, sowie in der Darstellung von Gartner aufgezeigt: Der Kaufentscheidungsprozess im B2B Bereich kann sehr komplex sein. Viele Touchpoints, verschiedene Personen, unterschiedliche Inhalte, die über einen längeren Zeitpunkt konsumiert werden.

Im ersten Schritt ist es sinnvoll, wenn Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Kontaktpunkte Ihre Kunden und Interessenten haben. Von Offline-Veranstaltungen wie Messen oder Kunden-Events, Anzeigen in Fachzeitschriften, Ihre Webseite, die Google Suchergebnisse, Social Media bis hin zu Webinaren oder Marketing Automation Kampagnen.

Den meisten Unternehmen fehlt dieser umfassende Überblick aus den Bereichen Marketing und Vertrieb, aber auch Kundenbindung. Diese Maßnahmen zu sortieren und zu klären, auf welche Phase im Entscheidungsprozess sie einzahlen sollen, ist der nächste Schritt.

Als Modell für die Planung und Steuerung der Customer Journey nutzen wir das See Think Do Care Framework von Avinash Kaushik. Dabei werden die Maßnahmen den entsprechenden Stufen zugeordnet, wie hier exemplarisch:

b2b-online-marketing-strategie-customer-journey

Die tatsächliche Übersicht sieht in jedem Unternehmen anders aus und entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter.

Wie sieht die Customer Journey in Ihrem Unternehmen aus?

Sprechen Sie mit allen Beteiligten Bereichen, sammeln Sie so viele Informationen wie möglich darüber, über welche Kanäle bisher Kunden kamen und welche Kontaktpunkte auf dem Weg dahin bestanden. Nutzen Sie alle im Rahmen des Datenschutzes bestehenden Möglichkeiten, die Touchpoints auch messbar zu machen, um das Bild besser verstehen zu können.


5. Schnittstellen und Verantwortlichkeiten klären

Häufig nicht geklärt und dabei so wichtig: Wer ist an welcher Stufe für einen potenziellen Kunden verantwortlich. Früher war es so, dass der erste messbare Kontaktpunkt die offizielle Anfrage von Material oder einem Angebot war. Diese landete im Vertrieb und wurde auch dort bearbeitet.

Durch die Generierung von Leads über die Webseite oder Social-Media-Kanäle, hat oft das Marketing den ersten nachvollziehbaren Kontaktpunkt. Daher ist es wichtig zu definieren, bis wohin das Marketing die Leads auch weiter bearbeitet.

Bei einer erfolgreichen Arbeit hier ist zu klären, wann der Lead als vertriebsrelevant eingestuft wird und durch die Sales-Kollegen in welcher Form übernommen wird. Dabei wird oft der Faktor Zeit vernachlässigt. Leads, die klares Interesse zeigen aber noch nicht aktiv anfragen, müssen kurzfristig kontaktiert werden. Bleiben diese zwei, drei Wochen liegen, hat sich vielleicht schon der Wettbewerb über einen Auftrag gefreut.

Betrachten Sie also die einzelnen Lifecycle Stages:

  • Wer hat an welcher Stelle den Hut auf?
  • Was sind die Kriterien für den Übergang?
  • Gibt es Vorgaben, wie schnell eine Übernahme der anderen Abteilung erfolgen muss?
  • Haben Sie ein Kontrollsystem, um Fehler im Prozess oder durch Mitarbeiter zu identifizieren?

Berücksichtigen Sie auch die andere Richtung: Was passiert mit verlorenen Vertriebschancen? Gehen diese an das Marketing zurück? Oder versanden diese Leads? Das Potenzial sollten Sie nicht unterschätzen.


6. Personas im Buying Center definieren

Buyer Personas haben besonders im Content Marketing in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Bieten sie Ihnen doch eine praktische und wirksame Möglichkeit, Ihre Inhalte auf die Wünsche und Bedürfnisse zuzuschneiden.

Informationen dazu, was Personas sind, wie Sie diese in 5 Schritten erstellen und Persona Mustervorlagen finden Sie in diesem Artikel.

In der Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb ist die Betrachtung der unterschiedlichen Personas des B2B Buying Centers wichtig. Verschiedene Zielgruppen innerhalb einer Organisation müssen mit passenden Kampagnen und Inhalten erreicht werden.

Das bietet viele Vorteile:

Buyer Persona für die optimale B2B Online Marketing Strategie

Bild Quelle: https://www.more-fire.com/wp-content/uploads/2020/07/morefire-grafik-persona-vorteile.png

Binden Sie bei der Erstellung der Personas Marketing, Vertrieb und den Service mit ein. Nutzen Sie anschließend die Personas, um gemeinsam zu planen, welche Inhalte und Kampagnen umgesetzt werden sollen, damit alle relevanten Stakeholder in den Zielunternehmen überzeugt werden.

Die Buyer Personas dienen dazu als Orientierung, aber auch, damit gegenseitiges Verständnis für die Anforderungen entsteht.


7. Content entlang der Customer Journey

Nutzerinnen und Nutzer, die eine erste Recherche zu einem Themengebiet machen, benötigen andere Inhalte als die, die kurz vor der Kaufentscheidung stehen.

Bei der Planung, welche Inhalte die richtigen sind, ist auch wieder das Zusammenspiel zwischen Marketing und Vertrieb notwendig. Der Vertrieb kennt die Themen und Fragen, die potenzielle Kunden bei Gesprächen zur Bedarfsanalyse oder konkreten Verhandlungen stellen. Die Mitarbeiter dort wissen auch, was die Argumente sind, die zur Überzeugung führen und was Ihre Angebote, von denen der Wettbewerber unterscheidet.

Gehen Sie von diesem Punkt aus rückwärts:

  • Welche Situationen führen dazu, dass der Bedarf entsteht oder geweckt wird?
  • Was sind die Herausforderungen, vor denen potenzielle Kunden stehen?
  • Welche Probleme lösen Ihre Produkte oder Dienstleistungen für die Kunden?
  • Mit welchen Themen beschäftigen sie sich, bevor sie bei Ihnen anfragen?
  • Was sind die persönlichen Motive der Personas (Karriere, weniger Stress, mehr Anerkennung etc.)
  • Welche Medienformate werden von Ihrer Zielgruppe genutzt? (Blog, Videos, Podcasts, Fachzeitschriften etc.)

b2b-online-marketing-strategie-kaufentscheidungsprozess

Betrachten Sie jetzt den Kauentscheidungsprozess Ihrer potenziellen Kunden.

  • Welche Inhalte passen zu welcher Stufe in diesem Prozess?
  • Was sorgt dafür, dass sie im Entscheidungsprozess eine Stufe weiter kommen?
  • Wie sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen als relevantester Anbieter wahrgenommen wird?

Erstellen Sie auf dieser Basis eine Roadmap für den Content, der erstellt werden soll. Binden Sie bei der Planung und Priorisierung Marketing und Vertrieb mit ein. Nur so stellen Sie sicher, dass die Inhalte aufeinander abgestimmt sind und sie beiden Bereichen helfen, ihre Ziele zu erreichen.


8. Content Outreach und Lead Generierung

Sie haben Content erstellt? Großartig. Das bedeutet aber nicht, dass automatisch die Zielgruppe kommt und Ihnen die Webseite einrennt. Schon gar nicht, dass sie auch direkt die Daten an der Tür abgibt, damit Ihr Vertrieb loslegen kann.

Legen sie im Rahmen der Content Strategie fest, welche Inhalte Sie frei verfügbar machen, z. B. in Form von YouTube Videos oder Blogartikeln.

Und auch, welche „gated Content“ sein sollen. Damit sind Inhalte gemeint, die hinter einem Formular sind, wo Nutzer Daten abgeben müssen – so genannte Lead Magneten.

Beliebte Lead Magneten im B2B Umfeld: E-Books, Case Studies, Webinare, exklusive Videos, Präsentationen, Studien …

Ebenfalls muss in der Content Strategie definiert sein, wie Reichweite aufgebaut werden kann, sowohl für frei verfügbaren als auch den gated Content.

Für das Marketing ist der Input aus dem Vertrieb dabei wichtig:

  • Welche Content Themen sind so wertvoll, dass sie zur Leadgenerierung genutzt werden sollten?
  • Gibt es Elemente, die nur im 1:1 herausgegeben werden? In manchen Branchen sind das z. B. Preislisten.
  • Wünscht der Vertrieb sich besondere Contents?

Auf dieser Basis werden die Strategien für Outreach und Lead Generierung aufgebaut. Bewährte Kanäle, um Traffic für frei verfügbaren Content aufzubauen:

  • SEO
  • LinkedIn
  • YouTube

Hier sind Maßnahmen zu bevorzugen, die nachhaltig kostenlosen Traffic bringen. Natürlich kann auch der Einsatz von Mediabudget, z. B. in Form bezahlter Social Media Kampagnen oder Google Ads sinnvoll sein. Langfristig sollte aber ein Fokus auf organischen Kampagnen liegen.

Um Leads über Content zu gewinnen, empfehlen wir folgende Kanäle:

  • Die eigene Webseite
  • Google Search und ggf. Display Ads
  • LinkedIn Ads und organische Postings
  • Facebook Ads
  • Retargeting

Je nachdem, wie gut die Inhalte und der gated Content aufeinander abgestimmt sind, liegt die Conversion Rate zwischen 0,5% und 3,5%


9. Marketing Automation und Lead Nurturing

Ist der Lead gewonnen ist es entscheidend, mit relevanten, hochwertigen Informationen Vertrauen aufzubauen und die Nutzer an die Angebote des Unternehmens heranzuführen. Dies geschieht nicht dadurch, dass permanent Werbung kommuniziert wird.

Stattdessen müssen Inhalte mit Mehrwert verbreitet werden. Dabei ist es auch wichtig, Trigger zu setzen, bei denen die Nutzer ihr Interesse an bestimmten Themen zeigen können. So z. B. durch den Download zusätzlicher Informationen zu einem Produkt, oder auch Einladungen zu Webinaren.

Je nach Reaktion auf diese Angebote, wird der Datensatz angereichert und weiter qualifiziert.

Dieser Prozess, das so genannte Lead Nurturing, hat das Ziel, die Nutzer Schritt für Schritt an den Verkauf heranzuführen, ohne mit der Tür ins Haus zu fallen.

Mit einer Marketing Automation Software lassen sich diese Abläufe verhaltensbasiert aufbauen. Je nachdem, worauf reagiert wird, werden weitere Maßnahmen automatisch gestartet. Werden bestimmte Mails geöffnet und Links geklickt, können Aufgaben an den Vertrieb gestellt werden, die Person aktiv zu kontaktieren. Oder es wird eine weitere Mail ausgelöst mit dem Angebot einer kostenlosen Beratung durch einen Experten.

Wichtig dabei ist, dass zum Start diese Maßnahmen nicht zu komplex aufgesetzt werden. Erfahrungsgemäß ist es am zielführendsten, wenn Marketing und Vertrieb einen relativ simplen Prozess zum Start planen. Dieser Prozess wird mit einer validen Anzahl an Leads getestet und anschließend die Ergebnisse analysiert. Auf Basis der ersten Ergebnisse werden dann sowohl die Qualität der Leads als auch der einzelnen Maßnahmen im Marketing Automation Workflow optimiert.

Hier ein exemplarischer einfacher erster Workflow:

Customer Journey für eine ganzheitliche B2B Online Marketing Strategie


10. Lead Scoring und Übergabe an den Vertrieb

Eine wirksame Methode, die Qualität von Leads und auch die Reife im Kaufentscheidungsprozess zu beurteilen, ist das Lead Scoring.

Marketing und Vertrieb definieren gemeinsam, welche Kriterien geeignet sind, die Wertigkeit eines Leads einzustufen. Dabei geht es sowohl um das generelle Potenzial des Unternehmens, ein relevanter Kunde zu werden, als auch die Stufe im Kaufentscheidungsprozess.

Hier exemplarische Kriterien, wie so eine Bewertung aussehen kann:

In diesem Prozess wird auch festgelegt, bei welchem Score eine Übergabe vom Marketing an den Vertrieb stattfindet. Also wann ein Lead als „vertriebsbereit“ eingestuft wird. Ebenso sollte in diesem Zuge auch geklärt werden, wie diese Übergabe stattfindet.

Wie bei dem Aufbau von Marketing Automation Kampagnen ist es beim Lead Scoring wichtig, dass es sich hierbei nicht um ein einmaliges Projekt handelt. Vielmehr müssen Marketing und Vertrieb sich regelmäßig gemeinsam die Kriterien anschauen und kritisch hinterfragen. Dazu ist es hilfreich, mit Stichproben einzelne Leads zu besprechen und zu analysieren, ob das Scoring passend war. In diesem Zuge finden Sie Hebel zur Optimierung, damit Leads nicht zu früh oder zu spät im Vertrieb landen.

Einen konkreten Leitfaden zum Lead Scoring finden Sie hier zum Download.


Fazit - Erfolgreiche B2B-Online-Marketing-Strategien

Marketing und Vertrieb sitzen im gleichen Boot – sie vergessen es nur viel zu oft. Fokussieren sich beide darauf, den Zielmarkt möglichst gut zu beackern, die relevanteste Anlaufstelle für ein Thema zu werden und aus den Interessenten auch Kunden zu machen, dann haben sie ein riesiges Potenzial.

Kämpfen beide Bereiche für sich alleine, arbeiten sie vielleicht auf die ihnen gestellten Ziele hin, jedoch aber nicht im Sinne des gesamten Unternehmens.

Oft helfen schon erste kleine Schritte, um Verständnis für die Kollegen zu schaffen und erste Erfolgserlebnisse zu erreichen. Sobald diese eintreten, entsteht meist eine Art Sog und beide Bereichen arbeiten zusammen daran, gemeinsam erfolgreicher zu sein.


Über den Autor

Robin Heintze ist Mitgründer und Geschäftsführer des Online-Marketing-Spezialisten morefire. Das 80-köpfige, internationale Team aus Spezialisten nutzt alle relevanten Kanäle im Online Marketing, um für die Kunden ein nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Robin arbeitet seit 2005 im Online Marketing.

Über morefire

morefire ist seit 2020 Evalanche Partner. morefire ist eine Online-Marketing-Agentur mit über 80 Mitarbeitern aus allen Bereichen des Online Marketings. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, von der Strategie bis hin zur professionellen Umsetzung aller Maßnahmen Marketing-Dienstleistungen aus einer Hand zu bieten. Dabei werden alle wichtigen Kanäle wie SEO, SEA, Social Media, Content Marketing, Webanalyse, Conversion Rate Optimierung oder Marketing Automation miteinander verzahnt, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Mehr Infos unter www.more-fire.com

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